*** Aberglaube ***

Schwarze Katze und böse 13

Wollen wir doch mal ehrlich sein: Wir Menschen des jungen dritten Jahrtausends halten uns doch im Prinzip für recht aufgeklärt. Wissenschaft und Technik haben unseren Alltag mit Dingen ausgestattet, die vor Jahrzehnten bestenfalls in Science-Fiction-Romanen vorkamen. Im Allgemeinen glauben wir, unser Leben recht gut im Griff zu haben. Für Störfälle gibt es genügend Therapieangebote und die kleinen Sorgen bekämpfen wir mit gutem Essen oder einer ausgedehnten Shopping-Tour.
Es könnte alles so schön sein. Aber dennoch steigen ab und zu seltsame Ängste in uns empor: Am Freitag dem 13. bewegen wir uns unsicher durch den Tag - es könnte ja was dran sein an der alten Warnung vor diesem Datum. Das 7. und erst recht das 13. Ehejahr beunruhigen uns in ähnlicher Weise und zerbricht gar noch ein Spiegel, dann ist eh alles aus. Wir klopfen auf Holz, wenn etwas gut gelaufen ist, wir nehmen kindische Kuscheltiere als Glücksbringer mit zum Millionenquiz und wenn wir ein Hufeisen finden, meinen wir, nun wende sich das Schicksalsblatt ...
Kurzgesagt, trotz Mondflug und Klimaanlage, Mikrowelle und elektrischer Zahnbürste, trotz der modernen Fassade - es beherrschen uns seltsame archaische Vorstellungen, die sich als geistiges Erbe längst verblichener Zeiten im kollektiven Unbewussten eingenistet haben. Wir nennen sie "Aberglauben" und fragen uns manchmal, was sie eigentlich bedeuten und wo sie herkommen. Die folgende kleine Auswahl versucht einige dieser Fragen zu beantworten.

Schwarze Katze

Schwarze Katzen werden in unserem Kulturkreis meist mit Unglück in Verbindung gebracht. Ihr negatives Image verdanken sie dem Hexenglauben des Mittelalters und der Renaissance. Sie war das typische Begleittier der Hexe und wurde daher als dämonisches und unheimliches Wesen angesehen. Die Menschen glaubten damals sogar, die Hexen könnten sich in schwarze Katzen verwandeln und auf diese Weise unerkannt Unheil bewirken. So kam es, dass man in allen schwarzen Katzen bald verwandelte Hexen erblickte. Wenn nun einem Menschen eine schwarze Katze über den Weg lief, wurde das als Vorzeichen für ein schlimmes Unglück angesehen.
Während der Zeit der Inquisition hatte dieser Aberglauben tragische Auswirkungen: Katzen, die pechschwarz waren, endeten auf dem Scheiterhaufen. Mit welchem Fanatismus dabei vorgegangen wurde, beweist die Tatsache, dass man selbst heute noch in Gegenden, in denen diese "heilige" Behörde am grausamsten wütete, keine schwarzen Katzen mehr findet. Betroffen waren übrigens nur Katzen, die vollkommen schwarz waren. Schon einige hellere Haare oder eine weiße Pfote rettete ihnen das Leben.
Eine ganz andere Bedeutung hatten diese Vierbeiner in der ägyptischen Überlieferung, die letztlich durch die griechische und römische Kultur auch bei uns teilweise Eingang fand. Den alten Ägyptern waren die Katzen heilig. Sie verehrten diese in der Gestalt der katzenköpfigen Göttin Bastet. Katzen galten als unantastbar und jeder, der absichtlich oder unbeabsichtigt eine tötete, hatte selbst sein Leben verwirkt. Das hohe Ansehen dieser Tiere in der ägyptischen Gesellschaft basierte auf einem ganz praktischen Umstand: Ägypten war das bedeutendste Getreideanbaugebiet der antiken Welt. Die großen Getreidelager mussten vor Mäusen und anderen Kleinnagern geschützt werden - eine enorm wichtige Aufgabe, die den Katzen zufiel. Zum Dank für die erwiesenen Dienste verwandelte man sie nach ihrem Dahinscheiden in Mumien. Tausende solcher Katzenmumien kamen bei Ausgrabungen zu Tage.
Im europäischen Aberglauben hat sich diese Doppelnatur der Katze außerdem in der Vorstellung erhalten, eine Katze, die von links nach rechts den Weg kreuzt, bedeute Unglück und eine, die von rechts nach links läuft dagegen Glück. Hier vermischt sich die Katzensymbolik mit der Symbolik der Körperseiten: Links gilt als negativ, schwach und schlecht, rechts als positiv, stark und gut.

Unter einer Leiter durchgehen

Man könnte annehmen, die Warnung, unter einer Leiter hindurch zu gehen, sei sehr vernünftig. Schließlich kann einem von oben etwas auf den Kopf fallen, denn Leitern stellt man bekanntlich nur dort auf, wo der Einsatz eines Handwerkers gefragt ist. Es könnten immerhin Ziegelsteine, Werkzeuge oder Farbtöpfe herunter fallen und zu Verletzungen führen. Jedoch weit gefehlt! Der Aberglauben hat damit nichts zu tun.
Er soll auf vorchristliche Zeiten zurück gehen. Damals galt die Dreizahl als heilig. Eine angelehnte Leiter bildet aber ein Dreieck und niemand wagte, da hindurch zu schreiten. Es galt als eine unheilige Handlung, da hierbei ein heiliger Raum verletzt worden wäre. In diesem magischen Weltbild drohen den Menschen von allen Seiten Gefahren durch böse Geister und Dämonen. Niemals hätten sie es daher gewagt die schützenden Kräfte, die durch das Dreieck symbolisiert wurden, außer Kraft zu setzen. Denn sonst wären sie dem unheilvollen Werk der dunklen Mächte völlig ausgeliefert gewesen.
Die frühe christliche Überlieferung knüpfte dann an diesen Aberglauben an und übernahm ihn auf ihre Weise. Mit dem Hinweis darauf, dass zur Kreuzigung Christi eine Leiter benutzt wurde, behauptete man, Leitern stünden in einem Zusammenhang mit dem Tod und dem Bösen im Allgemeinen.

Unglückszahl 13

Eine exakte Erklärung, warum gerade die 13 als Unglück verheißend gilt, gibt es nicht. Es könnte mit den Problemen bei der Schaffung eines präzisen Kalenders zusammen hängen. Da der Jahresumlauf der Erde um die Sonne (365 Tage) nicht ganzzahlig durch die Mondumläufe (29 Tage) geteilt werden kann, ergibt sich immer ein kurzer 13. "Restmonat". Dieser galt den Völkern des Altertums als nicht vollwertig und daher unheimlich.
Die Furcht vor der 13 lässt sich zeitlich weit zurückverfolgen. Schon in der nordischen Mythologie wird ihre negative Bedeutung klar: In Walhall fand ein Göttermahl statt, zu dem 12 Götter geladen waren. Als dann als 13. der Unruhestifter Loki hinzukam, nahm das Verhängnis seinen Lauf, in dessen Folge Balder, der Liebling der Götter, zu Tode kam.
Auch im Christentum spielt die 13 eine ungute Rolle. Beim letzten Abendmahl Christi waren neben ihm die 12 Jünger anwesend, eine Gemeinschaft von 13 Personen also. Durch die anschließenden Ereignisse, der Gefangennahme und Hinrichtung Christi, wurde der Zusammenhang zwischen der 13 und baldigem Unglück oder Tod bekräftigt.
Der Aberglaube um die Zahl 13 treibt in unserer modernen Zeit exotische Blüten: So gibt es in Frankreich kein Haus mit der Nummer 13. Auf die 12 folgt eine 12 ½ und dann die 14. In vielen Wolkenkratzern im technologisch führenden Amerika wird der 13 Stock nicht mitgezählt. Wohnungen oder Geschäftsräume mit dieser Etagennummer lassen sich nur sehr schwer vermieten oder verkaufen. Selbst einige Fluggesellschaften überspringen bei der Zählung der Sitze in ihren Maschinen die mit der Nummer 13.
Es gibt Statistiken von Versicherungsgesellschaften, die angeblich belegen, dass von jeder Gruppe von 13 Personen eine innerhalb von weniger als 12 Monaten stirbt. Solche Behauptungen verstärken bei abergläubischen Menschen natürlich die Neigung, sich vor der bösen 13 in Acht zu nehmen.

Vierblättriges Kleeblatt

Ein Kleeblatt aus vier Blättern gebildet, wird als Glückssymbol gewertet. Es ist tatsächlich äußerst selten zu finden. Doch dies scheint nicht der eigentliche Grund zu sein, dass es im Volksglauben diese Bedeutung erlangt hat. Es ist allerdings nur eine Legende bekannt, die etwas Licht darauf wirft. Darin wird erzählt, dass einst, als Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden, Eva ein vierblättriges Kleeblatt mitnahm, das im Garten Eden wuchs. Sie wollte wenigstens etwas bei sich tragen, das sie immer an die glückliche Zeit im verloren gegangenen Paradies erinnern sollte. So kam es, dass in der Folgezeit ein vierblättriges Kleeblatt als gutes Omen angesehen wurde.
In der Zahlenmystik spielt die Vier eine wichtige Rolle. Es gibt vier Haupthimmelsrichtungen, vier Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft), vier Jahreszeiten, vier Lebensalter (Kindheit, Jugend, Reife, Alter), vier Temperamente (Sanguiniker, Phlegmatiker, Melancholiker, Choleriker). In den Mythen der Völker gibt es vier Flüsse oder Quellen, die im jeweiligen Paradies entspringen. So spricht die altnordische Edda von den vier Quellen, die zwischen den Wurzeln der Weltesche Yggdrasil hervor sprudeln. Selbst in der Bibel wird von vier Flüssen berichtet, die im Paradies entspringen.
C.G. Jung, der Begründer der Tiefenpsychologie, sieht in der Vier ein Symbol für die Ganzheit. In den analysierten Träumen seiner Klienten entdeckte er, dass eine Vierheit immer dann auftauchte, wenn der therapeutische Prozess zum Abschluss kam, d.h. eine Konfliktlösung in Sicht war und damit das seelische Gleichgewicht wiedergefunden wurde.
Selbst in der Physik spielt die Vier eine wichtige Rolle. Man unterscheidet z.B. vier Aggregatzustände (fest, flüssig, gasförmig, Plasma) und fand bisher vier Grundkräfte der Natur (Kernkraft, elektromagnetische und schwache Wechselwirkung sowie Gravitation).

Zerbrechen des Spiegels

Das Zerbrechen eines Spiegels ist ein böses Vorzeichen. Erinnert sei an den weit verbreiteten Aberglauben, dass ein zerschellter Spiegel sieben Jahre Pech nach sich zieht. Diese Vorstellungen reichen ebenfalls weit in die Vergangenheit zurück, in Zeiten, als auch in Europa die Menschen noch daran glaubten, dass sie selbst und alle Wesen um sie herum eine Seele besäßen. Sie glaubten daher, beim Blick in den Spiegel, nicht nur den Menschen, sondern auch dessen Seele zu erkennen. Wurde der Spiegel zerbrochen, dann geschah das auch mit der Seele. Ihr Verlust war gleichbedeutend mit dem Tod der Person.
In den frühesten Zeiten schauten die Menschen in den Spiegel, der damals noch einfach aus einer Wasserfläche bestand, um darin die Zukunft vorher zu sehen. Erschien das Gesicht durch Wellen verzerrt oder sonstwie getrübt, stand Unheil bevor. Umgekehrt glaubten sie aber auch, dass jede absichtliche Verletzung des Spiegelbildes ebenfalls den Menschen verletzen würde, dessen Spiegelung zu sehen war.
Der Spiegel der bösen Königin im bekannten Märchen von Schneewittchen erinnert noch an den Gebrauch als Wahrsageinstrument. Die eitle Stiefmutter befragt ihren Spiegel mit den Worten: "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?" und erfährt so u.a. von Schneewittchens Aufenthaltsort. Spiegel dienten Wahrsagern tatsächlich ähnlich wie die bekannten Kristallkugeln als Medium zur Schicksalsbefragung.

Mit gefüllten Gläsern anstoßen

Der noch heute übliche Brauch, vor dem Trinken mit den gefüllten Gläsern anzustoßen, reicht weit in die Vergangenheit zurück. Er hatte vermutlich einen ganz anderen Hintergrund, der mit Gemütlichkeit und Trinkfröhlichkeit wenig zu tun hat. In der von Geisterglauben geprägten Vergangenheit meinten die Menschen, beim Trinken könnten gleichzeitig Dämonen oder gar der Teufel selbst in sie eindringen. Deshalb waren sie bemüht, schon vor dem Trinken einen möglichst großen Lärm zu vollführen, um die bösen Geister zu verscheuchen. Lärm ist ja bekanntermaßen das beste Mittel, um die unreinen Geschöpfe los zu werden, wie man es auch von den Silvester- und Fastnachtsgebräuchen her kennt.
Eine neuzeitliche Deutung dieses alten unverständlich gewordenen Brauchs erklärt allerdings, dass es um einen höheren Genuss gehe. Alle Sinne sollen beim Trinken beteiligt sein: Nicht nur die Zunge, die Nase und das Auge, sondern auch das Ohr soll seinen Teil erhalten. Um aber ein Getränk "hören" zu können, müssen wir eben mit den Gläsern anstoßen.

Das Hufeisen

Ein Hufeisen soll für den Finder Glück bedeuten. Außerdem gibt es den Brauch, Hufeisen über der Haustür anzubringen, um seine Bewohner vor Unglück zu bewahren. Hufeisen über der Stalltür sollen ebenso das Vieh schützen. Wichtig ist dabei, dass die Öffnung nach oben zeigt, da sonst das Glück heraus tropft.
Diese alten Bräuche reichen sicher ebenfalls weit in die Vergangenheit zurück. Wahrscheinlich liegt ihr Ursprung in den Zeiten als man an Hexen glaubte und sich vor ihrem schädigenden Einfluss schützen wollte. Die Angst vor Hexenwerk, wie schlimmen Krankheiten, die zu langem Siechtum führten, oder der Schädigung des Viehs durch Hexenkünste, trieb die seltsamsten Blüten. So ersannen die Menschen vielfältige Abwehrmittel, um sich und ihren Besitz vor dem "bösen Blick" zu schützen oder die durch die Lüfte fahrenden Hexen abzuschrecken. Man glaubte, dass die Hexen sich vor Pferden fürchteten und deshalb zum Beispiel statt auf diesen auf Besen ritten. Daraus schloss man weiter, dass dementsprechend auch das Hufeisen eines solchen Tieres genügend Schutz bieten müsse. Sein bloßer Anblick sollte den Hexen Qualen bereiten und sie vertreiben.
Möglicherweise trug zu seiner positiven Bedeutung auch die Form des Hufeisens bei. Es erinnerte an die Sichel des aufgehenden Mondes, der ebenfalls ein Glückssymbol war. Er stand für Fruchtbarkeit und die Vermehrung von Hab und Gut.

Salz verschütten

Bis in die Zeit der Römer reicht die Ansicht zurück, versehentlich verschüttetes Salz sei ein böses Omen und bedeute ein nahendes Unglück. Der "Schuldige" konnte aber durch einen "Gegenzauber" das drohende Unheil abwenden. Es musste dazu nur eine Prise Salz mit der rechten Hand über die linke Schulter werfen.
Salz besaß für die Menschen seit Urzeiten einen großen Wert. Als unentbehrliches Gewürz wurde es früher als heilige Substanz angesehen und durfte bei keinem Opferritual fehlen. Der Ausdruck "Brot und Salz" bezeichnet noch heute das Notwendigste zum Leben.
Die Soldaten im alten Rom wurden teilweise mit Salzbrocken bezahlt. Im Deutschen hat sich in dem veralteten Ausdruck "Salär" für Gehalt der Wortstamm "sal", also Salz, erhalten.
Da man Salz eine reinigende Wirkung zuschrieb, wurde es früh zu einem Symbol für Redlichkeit. Der griechische Philosoph Pythagoras schätzte das Salz als Sinnbild der Gerechtigkeit. Er sprach davon, dass es auf jeden Tisch gehöre, um an diese wichtige Tatsache zu erinnern.
Auf Grund seiner konservierende Wirkung wurde Salz außerdem zu einem Symbol für bleibende Freundschaft und für die Unsterblichkeit. In vielen Ländern begrüßt man Freunde oder Gäste mit Salz und Brot. Den Verstorbenen gibt man Salz mit in den Sarg, um an die Unsterblichkeit der Seele zu erinnern.
Dass man Salz auch Dämonen abwehrende Eigenschaften zuschrieb, ist ebenfalls in vielen Bräuchen überliefert. So schütteten die Bierbrauer in Schottland z.B. Salz in die Maische, weil sie glaubten, damit Hexen fernhalten zu können.

Auf Holz klopfen

Wenn jemanden ein besonderer Glücksfall ereilt hat und er anderen davon begeistert berichtet, dann kann es vorkommen, dass er anschließend auf Holz klopft. Dahinter steckt die Angst, das plötzliche Glück könnte sich ebenso schnell in sein Gegenteil verkehren oder irgend welche Neider könnten versuchen, es ihm streitig zu machen. Doch warum ist das so, und warum klopft man dann ausgerechnet auf Holz?
Es gibt mehrere Erklärungsansätze für diesen alten Brauch. Eine verbreitete Deutung führt ihn auf das frühe Mittelalter zurück, als im christlichen Abendland Splitter vom Kreuz Christi auftauchten. Sie waren von Kreuzfahrern aus dem Heiligen Land mitgebracht worden und man verehrte sie als heilige Reliquien. Die Menschen hielten sie für tatsächliche Fragmente des Kreuzes an dem ihr Erlöser gestorben war und daher ist es nicht verwunderlich, dass sie glaubten, die Berührung dieses Holzes bringe Glück. Später verbreitete sich diese Vorstellung dergestalt, dass man annahm, die Berührung irgend eines Stückes Holz in Verbindung mit dem bloßen Gedanken an das Kreuz habe die gleiche Wirkung.
Eine andere Deutung geht von der Tatsache aus, dass früher jede Kirche als geweihter Boden angesehen wurde und jeder verfolgte Mensch dort Asyl fand, weil er auf "neutralem" Grund stand. Um dieses Schutzes teilhaftig zu werden, genügte es aber schon, die hölzerne Kirchentür mit der Hand zu berühren. Niemand wagte es dann, ihn zu ergreifen, denn das wäre ein Sakrileg gewesen.
Eine weiter Erklärung führt in archaische Zeiten zurück, als die Menschen sich noch von Geistern und Dämonen umgeben glaubten. Wenn sie über einen Glücksfall sprachen, dann begleitete sie die Furcht, die bösen Geister könnten es ihnen neiden und versuchen, es zu stören. Da sie wussten, dass Lärm die Unholde verscheuchte, klopften sie auf hölzerne Wände. Vielleicht hofften sie auch durch den Lärm ihre Rede zu übertönen, so dass der Lauscher nichts von ihrem Glück mitbekam.

Mit dem falschen Fuß aufstehen

Wenn wir jemanden bemerken, der schlechte Laune hat oder schlecht drauf ist, dann fragen wir manchmal, ob er etwa mit dem falschen Bein aufgestanden ist. Diese Frage beruht auf der alten magischen Vorstellung, dass die Art und Weise, wie wir morgens aufstehen, den gesamten Tag beeinflussen könne.
Die Frage geht zusätzlich davon aus, dass es eine gute und eine schlechte Seite gäbe. Doch welche ist das und warum? Eine Variante hält es für sehr wichtig, morgens auf der Seite des Bettes aufzustehen, die der, auf der man sich hingelegt hat, gegenüber liegt. Nur so wird der "magische Kreis" geschlossen und ein guter Tagesablauf ist garantiert.
Die andere Variante geht davon aus, dass man unbedingt mit dem rechten Bein zuerst aufstehen muss, unabhängig davon, wie man sich hingelegt hat. D.h. der rechte Fuß muss in jedem Fall zuerst den Boden berühren. Hier kommt die Vorstellung erneut ins Spiel, links sei schlecht, weil schwach, und rechts sei gut. Dieser Aberglaube lässt sich schon bei den alten Römern beobachten: Sie hielten es für unglückbringend, ein Haus mit der "schlechten Seite" voran, also mit dem linken Fuß, zu betreten. Das führte so weit, dass manche Patrizierfamilien sogar Diener anstellten, die nur darauf zu achten hatten, dass die Besucher mit dem richtigen Fuß das Haus betraten.
Glauben Sie dran? Klopfen Sie auch auf Holz, stehen immer mit dem rechten Fuß zuerst auf und gehen am Freitag den 13. nicht aus dem Haus? Oder ist dieser Aberglaube für Sie vielleicht nichts als Humbug?